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HTW Informatik

Ablehnung Teilnahme CHE Ranking 2014



Die Studiengangsleiter der Informatik lehnen eine Teilnahme am CHE-Ranking 2014 ab.

Die Gründe leiten sich aus den schlechten Erfahrungen mit vergangenen Rankings (v.a. 2012) ab:

  • methodische Schwächen in den Fragebögen, beispielsweise
    • willkürlicher Bachelor-Praxis-Check
      (CHE: Diese fachliche Seite wird im Praxis-Check explizit ausgeklammert.)
    • soziale Kompetenzen willkürlich gekoppelt an
      Gruppenarbeit, Business Plan, Verhandlungsführung
  • methodische Schwächen in Auswertung, beispielsweise
    • Farbzuordnung Ranggruppe falsch, laut CHE nur in wenigen Einzelfällen
    • schwerer Fehler (Schlussgruppe statt Mittelfeld) in bundesweit verteilter Druckausgabe der Rankingliste des CHE
  • Kommunikationsverhalten des CHE,
    • Anregungen und kritische Fragen werden nicht beantwortet
    • Fehler werden nur auf Nachfrage zugegeben
    • Fehler werden nicht öffentlich bekanntgegeben
    • Selbstkritik bei CHE offenbar nicht vorhanden:
      Vorwürfe werden mit dem Hinweis auf mangelnde Kenntnis des Rankings zurückgewiesen
    • Selbstverständnis des CHE ist offenbar Fehlerfreiheit:
      ein Ausstieg aus dem Ranking wird mit Hinweis verweigert sich dem öffentlichen Anspruch auf Transparenz (z.B. Uni HH) zurückgewiesen
  • Aufwand unverhältnismäßig, 42 Fragen, Datenerhebung erinnert an Reakkreditierung
  • Qualitätssicherung durch regelmäßige Reakkreditierung bereits gewährleistet

Für detailliertere Informationen verweisen wir auf unsere Notizen zum Ranking 2012: [LINK]

Fazit (der HTW-Informatik) aus 2012:

Nachdem die Studiengangsverantwortlichen schon einen
gravierenden Aufwand treiben müssen, um die
Studiengänge den Vorgaben der KMK, der HRK, des
Akkreditierungsrates und der Akkreditierungsagenturen
gerecht zu werden, scheinen wir nun auch noch gezwungen
zu werden, unsere Curricula so anzupassen, dass wir
zukünftig auch die Fragen des CHE so beantworten
können, dass wir beim Ranking gut abschneiden. 

Das würde z. B. heißen, dass wir über alle Aktivitäten,
die ein Student im Rahmen seinen Studiums ausführt
(Projekte, Vorträge, Übungen, ...), zahlenmäßig Buch
führen müssen und für jede Aktivität angeben können
müssen, wie viele Stunden dafür benötigt werden damit
wir beim nächsten Ranking dafür jeweils ECTS-Punkte
angeben können.


Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie notiert (Juni 2012):
Nachdem unsere Analysen und die Diskussion der
erheblichen methodischen Mängel mit den zuständigen
Vertreterinnen des CHE keine Aussicht auf zukünftige
wesentliche Verbesserungen des CHE-Rankings ergeben
haben, stellen wir hiermit fest, dass diese Evaluation
grundlegenden Qualitätsanforderungen der empirischen
Sozialforschung nicht entspricht.


Die Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft notiert (Juni 2012):
Neben der Kritik an dem methodischen Vorgehen zur
Gewinnung der Daten für das CHE-Ranking erachten wir
als hochproblematisch, Verallgemeinerungen auf der
Grundlage der gewonnenen Daten so einfach mit einem
Ampelsystem durchzuführen und diese Art von Rankings
als eine ausreichende Grundlage für Entscheidungen
von jungen Menschen für ein bestimmtes Studienfach zu
verstehen.


Dennoch leugnet das CHE alle Einwände methodischer Art (ohne Datumsangabe) und stellt sie unter dem plakativen Begriff Irrtümer unverfroren dar, als aus mangelnder Kenntnis des Rankings erhobene Vorwürfe.

Links zur fragwürdigen Methodik beim CHE
  • Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Soziologie [LINK], [spiegel.de]
  • Gesellschaft Deutscher Chemiker empfiehlt Ausstieg aus CHE-Ranking:[LINK]
  • Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DgfE) empfiehlt Ausstieg aus CHE-Ranking:[LINK]
  • Uni Hamburg, Ausstieg aus allen Rankings [LINK]
  • Uni Köln, Ausstieg aus CHE-Ranking [LINK]
  • Uni Bonn, Zentrum für Evaluation, Ausstieg aus dem CHE-Ranking [PDF]
  • Uni Kiel, Uni Siegen boykottieren CHE-Ranking [LINK]
  • AStA Bielefeld [LINK]
  • FB Medizin Goethe Universität Frankfurt [LINK]
  • FB Erziehungswissenschaft Uni Hamburg [LINK]
  • Österreich beteiligt sich nicht an CHE-Ranking [LINK]
  • Schweiz beteiligt sich nicht an CHE-Ranking [LINK]
    Zitat:
    Das CHE-Ranking ist also eher eine an zahlreichen
    Indikatoren ausgerichtete Bewertung der einzelnen Fachbereiche
    einer Hochschulen als eine allgemeine Rangliste. Einige
    Indikatoren sind sogar rein informativ und lassen keinen
    Vergleich mit anderen Hochschulen zu.
  • Wikipedia [LINK]
Links zu CHE allgemein
  • CHE [LINK]
  • Kritik am Hochschulranking 2009/10 [LINK]
  • Rankingprodukte der Marke Bertelsmann [PDF]
    Ein Ranking greift dem Markt gewissermaßen in die
    Entscheidung ein - es präsentiert bereits Sieger und
    Verlierer und leistet so vielleicht einen fragwürdigen
    Beitrag zum Wettstreit der KontrahentInnen. Ist nicht
    das Ideal, allen Teilnehmenden bestmögliche Entwicklung
    zu gewähren?  Wie konstruktiv ist der Ansatz, per
    Rangliste Gewinner und Verlierer zu definieren, und
    dadurch wie in einer selbsterfüllenden Prophezeiung die
    Glückspilze zusätzlich zu stützen?
    



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page updated Jul 30, 2014